DARQ Complete Edition (PS5) im Test: Das Spiel der Perspektiven

DARQ Complete Edition

Indie Spiele sind etwas Besonderes. Viele gehen interessante Wege, die die große Publisher direkt ausschlagen. DARQ ist eines dieser Spiele. Im Kern stehen interessante Rätsel, die es zu lösen gilt. Dahinter lauert aber etwas unheimliches, das euch an den Kragen möchte. Ein Mix zwischen 2D Rätselspaß und gruseligen Horroreinlagen – das möchte DARQ sein. Wie dies letztendlich umgesetzt worden ist, klären wir im Test. (Hier erwerben: PlayStation, Xbox, Steam, Nintendo)

DARQ – Ein Spiel der Perspektiven

Fokus von DARQ liegt auf seinen knackigen Rätseln, die ihr in jedem der Level bewältigen müsst. Im Spiel bewegt ihr euch lediglich in einer 2D Perspektive, manchmal werft es euch aber auch 3D Raumwechsel um die Ohren. Mit Letzterem könnt ihr beispielsweise die Perspektive des Spiels so umkehren, das ihr an einer Wand den gesamten Raum dreht und so wieder gerade an der Wand entlang läuft. Das ermöglicht spannende Rätseleinlagen, die sich physikalisch auf den aktuellen Raum auswirken. Ich weiß es ist schwer zu erklären, stellt euch das also quasi wie folgt vor:

DARQ Room

Gerade dieser Aspekt macht die Rätsel so spannend. Die Entwickler haben sich für jedes Level etwas Besonderes einfallen lassen und spielen hier mit räumlichen Elementen. Mal auf die Schwerkraft bezogen, mal müsst ihr Räume so drehen, dass die Stromkabel übereinstimmen und ihr einen Kreislauf bildet und mal müsst ihr eines dieser Denkspiele in einer bestimmten Zeit abschließen.

Um das aktuelle Level abschließen zu können, ist es notwendig alle Rätsel erfolgreich zu beenden. Damit euch dies aber gelingt müsst ihr diese in einer gewissen Reihenfolge abschließen, um einen Gegenstand zu ergattern, den ihr für das folgende Puzzle benötigt.
Dank den abwechslungsreichen Ideen werden die Rätsel nie langweilig. Im Gegenteil, wo sich die Denkspiele in anderen Titel schon nach dem dritten Mal abnutzt, ist man bei DARQ stets auf das nächste Puzzle gespannt und möchte mehr. Dazu kommt, dass man im Spiel ordentlich gefordert wird und schon eine ganze Menge nachdenken muss. Die Rätsel sind schön ausbalanciert – nicht zu einfach, aber auch nicht zu schwer. Gerade die räumlichen Elemente erlauben eine große Varianz an Ideenreichtum, die hier super umgesetzt wurde.

Neben dem Rätselspaß ist DARQ aber noch so viel mehr.

Im Dunkeln lauert das Böse

Es ist vor allem düster. Die Farben sind größtenteils grau und stellenweise erinnert das Spiel an ein Little Nightmares. Albtraumhafte Kreaturen stellen sich euch in den Weg und machen euch das Leben schwer. Im Spiel fühlt ihr euch also alles andere als sicher und löst die Rätsel ständig mit der Angst, was im nächsten Raum eventuell auf euch lauern könnte.

Etwaige Schleichpassagen sind ebenfalls vertreten. Manchmal ist ein Gegenstand von einem Monster versperrt. Mittels verstecken gilt es dann irgendwie an dem Ungetüm vorbei zu kommen.

DARQ Monster

Auch die grundlegende Atmosphäre aus Kombination der Farben, des Leveldesign und des Sounds ist duchgehend stimmig und vermittelt ein stetiges Unwohlsein. Immerhin spielt man einen schmächtigen Jungen, der sich selbst durchgehend vor der unheimlichen Welt fürchtet.

Dinge sind zum Interpretieren da

Die Story von DARQ ist vorhanden, wird aber nur im Hintergrund erzählt. Videosequenzen, Dialoge oder andere Interaktionen gibt es nicht. Wie bei den Rätsel wird auch in Bezug auf die Story euer Nachdenken verlangt. Die Welt von DARQ liefert viele Symboliken zum Einen auf den Jungen bezogen und zum Anderen auf die Wesen und Gegenstände, die man im Spiel sieht.

Nur wenn ihr dies miteinander kombiniert, fügt sich das Gesamtbild am Ende zusammen (oder ihr macht es wie ich und schaut euch am Ende ein kurzes Erklärungsvideo der Story an). Gerade am Ende des Spiels gibt es nochmal einen entscheidenden Hinweis, was es mit dem ganzen Horror auf sich hat. Das Finale ist auch extrem gut gemacht, aber hier möchte ich euch die Überraschung nicht verderben.

DARQ ist vor allem so designed, dass ihr euch vieles selbst erahnen müsst. Es möchte euch nicht an die Hand nehmen und alles erklären, immerhin ist es im Kern ein Rätselspiel. Den Denkaspekt gibt es also nicht nur in den Rätseln, sondern auch in der Story oder der Steuerung. Tutorialtexte gibt es nämlich auch nicht. Durch Ausprobieren erarbeitet ihr euch die Steuerung und alles andere im Spiel.

Complete Edition mit Zusatzkapiteln

Die Complete Edition kommt neben dem Hauptspiel auch mit zwei weiteren Zusatzleveln daher. Diese könnt ihr zwar auch so starten, würde ich aber nicht empfehlen. Die beiden Level haben es nämlich nochmal so richtig in sich und zerren sehr an eurem Denkvermögen. Ein verzwicktes Leveldesign mit vielen Gängen und Möglichkeiten sowie einen zweiten “Charakter”, den ihr steuern müsst, machen die Rätsel nochmal einen Tick schwerer als im Hauptspiel.

Wer das Hauptspiel zu einfach fand oder mehr von den Puzzlen haben möchte, ist damit aber sehr gut aufgehoben. Auf die vorhandene Spielzeit kommen mit den Zusatzkapiteln nochmal ca. 2 Stunden drauf.

NextGen Technik?

Das Spiel hat zwar eine PS5 Version, leidet trotzdem leider aber noch an ein paar technischen Mängeln. Bugs hatte ich in meinem Spielverlauf zwar keinen einzigen, aber gelegentlich brach die Framerate im Leistungsmodus ein. DARQ bietet zwar noch einen Grafikmodus, der ist aber aktuell noch nicht zu empfehlen, da selbst im schnelleren Leistungsmodus hin und wieder kleinere Drops auftreten.

Die DualSense Features werden nicht unterstützt. Dafür gibt es aber gar keine Ladezeiten. Ihr startet das Spiel und seid direkt im Geschehen.

Was die Spieldauer angeht so kommt es natürlich darauf an, wie schnell ihr mit den Rätseln durch seid. 7 Kapitel sind es im Hauptspiel. Einplanen könnt ihr zwischn 15 und 45 Minuten pro Kapitel, wodurch das Spiel nach ca. 3 – 5 Stunden abgeschlossen ist (ohne die Zusatzkapitel miteinberechnet).
Zwischenspeichern könnt ihr während der Level auch nicht. Möchtet ihr das Level also nicht komplett von vorne beginnen, solltet ihr euch Zeit nehmen und das Level durchspielen. Erst zwischen den Level speichert das Spiel ab. Das gilt aber nicht für Checkpoints. Diese sind sehr fair gesetzt.

Fazit

DARQ kombiniert Retro-2D-Level mit 3D Richtungswechsel und erzeugt so ein spannendes Rätselerlebnis, das viel räumliches Denken von euch erfordert. Mit der Prise Horror erschaffen die Entwickler einen guten Mix, der sowohl Rätsel- als auch Gruselfreunde begeistern sollte. Wer ein knackiges Rätselerlebnis sucht und sich dabei noch ein wenig gruseln möchte, ist bei DARQ sehr gut aufgehoben. Die kleineren technischen Mängel stören hier auch nur geringfügig.

Wir vergeben 8/10 möglichen Spiele Wellen. 🌊

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Alex

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Hallo zusammen, ich bin Alex, Chefredakteur und Leiter von Playwave. Auf dieser neuen Seite möchten wir dich täglich mit den neusten News aus dem Gaming Segment versorgen. 🙂